Vermessungstechnik

 

Im Sommer 2013 hat uns die RhB etliche historische Vermessungsinstrumente als Dauerleihgaben überlassen. Nachforschungen im Archiv der ehemaligen Firma Kern, des seinerzeit führenden Herstellers für Vermessungsgeräte in Aarau ergaben, dass die RhB im Mai 1900 dort eine Grossbestellung von fünf Bau-Theodoliten und zwei Nivellier-Instrumente getätigt hatte. Zwei Exemplare bilden den Mittelpunkt einer neu gestalteten Vitrine mit Einblick in den Bau des «Albulatunnels» unserer Dauerausstellung.

 

Seit 1899 wurde überall an der Albulastrecke gleichzeitig gebaut, insbesondere an den zahlreichen Tunnels. Um zeitintensive Transporte zwischen den verschiedenen Bauplätzen zu verhindern, hatte Oberingenieur  Friedrich Hennings als Bauleiter offenbar diese Grossbestellung trotz des Kostenaufwands angeordnet; insgesamt entsprach sie grob dem Jahreslohn eines Mineurs.

 

Während der Bohrungen im Albulatunnel verwendeten die Ingenieure zur laufenden Richtungskontrolle durch horizontale und vertikale Winkelmessung solche kleineren Modelle wie diejenigen, welche in der Dauerausstellung zu sehen sind. Die Ausgangslage beim Albulatunnel war besonders günstig: Vom Gipfel des westlichen Dschimels aus waren die Zufahrten zu den beiden vorgesehenen Tunnelportalen praktisch gleichzeitig sichtbar, so dass eine einzige Dreiecksmessung genügte. Eine erste Vermessung machte bereits 1896 der Geometer R. Wildberger aus Chur, womit die Lage des Tunnels grob festgelegt war. Im Jahr 1898/1899 haben dann Sektionsgeometer W. Graf und Ingenieur Oberst Reber vom Eidg. Topographischen Bureau die Vermessung mit Anschluss an die Eidg. Landestriangulation nochmals mit erhöhter Genauigkeit wiederholt.

 

Zusätzlich zu den Bau-Theodoliten ist in der Ausstellung im Grossformat das bekannte Foto vom Tunneldurchschlag am 29. Mai 1902 zu sehen, auf dem genau solch ein Bau-Theodolit im Vordergrund steht, umrahmt von Sektionsgeometer Graf und den Ingenieuren Bevilaqua und Lienhard.

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